Baubericht
Schubboot „June“ - Eigenkonstruktion M 1:35
Die Idee
In
meinem
Schiffsbestand
befindet
sich
ein
Ramborator
der
Firma
Aeronaut.
Dieses
Modell
wird
sehr
oft
für
Rettungsmissionen
eingesetzt.
Bei
vielen
Booten
funktioniert
das
recht
gut.
Bei
größeren
Modellen,
die
an
das
Ufer
geschoben
werden
müssen,
gibt
es
aber
Probleme.
Der
Antrieb
ist
nicht
kraftvoll
genug
und
die
Manövrierfähigkeit
ist
eingeschränkt,
vor
allem
wenn
ein
größeres
Modell
geschoben
wird.
Wird
zusätzlich
am
Bug
eine
Schiebehilfe
angebracht,
gibt
es
Probleme
mit
der
Motorleistung.
Ein
neuer
“Ramborator“
musste
her.
Leider
gibt
es
keine
Baukästen
oder
Pläne
für
ein
entsprechendes
Modell.
Deshalb
habe
ich
mich
entschlossen
ein
neues
Schubboot
selbst
zu
entwerfen.
Als
Vorlage
diente
das
Modell
„Ramborator“.
Von
mir
wurde
für
das
neue
Modell
der
Maßstab
1:35
gewählt.
Im
Prinzip
habe
ich
den
Rumpf
des
Ramborators
bis
zu
einer
Länge
von
64
cm
und
einer
Breite
von
24
cm
auseinandergezogen.
Der
Tiefgang
beträgt
etwa
10
cm.
Die
Rumpfhöhe
von
13
cm
des
Ramborators
habe
ich
beibehalten,
ein
kleiner
Fehler
wie
sich
später
herausstellen
sollte.
Der
Decksaufbau
sollte
eher
einem
echten
Original
entsprechen,
also
mit
Deckshaus,
Fahrerstand,
Mast, einer Schleppeinrichtung und einem Deckskran.
Konstruktion
Die
Seitenteile
des
Rumpfes
und
das
Heckteil
bestehen
aus
3
mm
Sperrholz.
Als
Rumpfboden
und
für
den
Bugbereich
habe
ich
0,6
mm
Sperrholz,
in
2
Lagen,
verwendet.
Als
Rahmen
und
fr
die
Verstärkungen
im
Rumpf
fungieren
Kiefernholzleisten
10
x
10
mm.
Der
Bug
wurde
trapezförmig
ausgelegt,
damit
sich
der
Wasserwiderstand
etwas
verringert.
Dafür
habe
ich
im
Bugbereich
zwei
gebogene
Hölzer
angeleimt,
so
dass
der
mittlere
Teil
des
Bugs
etwas
hervorsteht.
Die
beiden
Schubhörner
sind
aus
Massivholz.
Im
Innern
des
Rumpfes
habe
ich
längs
eines
Brettchens
eingebaut,
was
auf
den
quer
verlaufenden
Kiefernleisten
aufliegt.
Darauf
sind
die
Motoren,
das
Fach
für
den
Akku
und
ein
Fach
für
die
Ballastgewichte
angeordnet.
Weitere
Ballastgewichte
können
im
Bugbereich
untergebracht
werden.
Der
Heckbereich
ist
so
ausgelegt,
dass
2
Kortdüsen
montiert
werden
können.
Das
Deck
hat
im
vorderen
Bereich
eine
Öffnung
für
den
Akku
und
im
hinteren
Bereich
eine
Öffnung
für die Wartung der Motoren, der Ruder und der Elektronik.
Der Aufbau
Im
vorderen
Bereich
des
Rumpfes
befindet
sich
eine
Öffnung
mit
Süllrand.
Darauf
sitzt
das
Deckshaus
mit
dem
Fahrstand.
Das
Deckshaus
mit
den
beiden
Schornsteinen
und
Auspuffrohren
habe
ich
selbst
entworfen.
Als
Vorbild
dienten
verschieden
Bilder
aus
dem
Internet.
Alles
ist
aus
2
mm
ABS
gefertigt.
Die
Ecken
innen
habe
ich
mit
Eckprofilen
aus
dem
Baumarkt
gebaut.
Türen
und
Bullaugen
sind
zugekauft.
Ein
Selbstbau
des
Fahrstandes
war
mir
zu
aufwändig.
Bei
der
Firma
Harztec
habe
ich
einen
passenden
Bausatz
gefunden.
Es
ist
der
Fahrstand
der
„Smit
Nederland“
in
1:33.
Kostet
etwas
Geld,
ist
aber
schnell
aufgebaut.
Der
Bausatz
ist
sehr
sauber
gefräst,
so
dass
kaum
Nacharbeiten
notwendig
sind.
Den
Ausbau
des
Fahrstandes
habe
ich
bewusst
einfach
gehalten.
Dieser
wird
dann
auf
das
Deckshaus
geschraubt.
Das
gesamte
Deckshaus
wird
mit
Magneten
am
Rumpf
gehalten.
Hinter
dem
Fahrstand
befindet
sich
der
Mast.
Er
besteht
aus
16
mm
PVC-Rohr
und
ist
mit
diversen
Anbauteilen
versehen.
Der
Mast
wird
auf
eine
Verschraubung
gesteckt.
Die
Stromverbindung
wird
durch
einen
MPX-Stecker
hergestellt.
Den
Mast
habe
ich
deshalb
abnehmbar
gemacht,
damit
die
Transporthöhe
etwas
geringer
ist.
So
konnte
ich
die
Transportkiste
etwas
kleiner
bauen.
Im
hinteren
Bereich
des
Rumpfes
befindet
sich
eine
weitere
Öffnung
für
den
Zugang
zu
den
Motoren,
der
Elektronik
und
der
Ruderanlage.
Um
die
hintere
Öffnung
gegen
eindringendes
Wasser
zu
sichern,
ist
um
die
Öffnung
herum,
bndig
mit
dem
Deck,
eine
U-Schiene
aus
Aluminium
auf
einen
Holzrahmen
angebracht,
die
auch
vier
seitliche
Abläufe
fr
das
Wasser
hat.
Der
Deckel
der
ein
umlaufendes
L-Profil
hat,
liegt
mit
diesem
L-
Profil
in
dem
U-Profil.
Der
Deckel
besteht
aus
2
mm
GfK
mit
einem
aufgeklebten
Holzdeck.
Darauf
ist
eine
Schleppwinde
von
Aeronaut
(Nr.
582307)
und
zwei
selbstgebaute
Hilfsrahmen
für
die
Schlepptrossen
montiert.
An
der
Backbordseite
ist
ein
Deckskran
montiert.
Dieser
wurde
aus
einem
Bausatz
eines
Effer-Krans
von
Italeri
(Nr.4.3600)
gefertigt.
Der
Maßstab
ist
zwar
mit
1:20
bis
1:75
angegeben,
passt
aber
sehr
gut
auf
das
Modell
mit
1:35.
Mit
diesem
Bausatz
sind
einige
bewegliche
Funktionen
möglich.
Die
beweglichen
Funktionen
werden
nicht
genutzt.
Nach
dem
Lackieren
habe
ich
den
Kran
in
der
jetzigen
Position
festmontiert.
Der
hintere
Deckel
ist
mit
dem
Deck
ber
4
senkrecht
eingeklebte
3
mm
Schrauben
und
von
oben aufgeschraubten Muttern, die als Umlenkrollen ausgebildet sind, befestigt.
Akku
Ich
wollte
für
das
Modell
eine
lange
Fahrzeit
erreichen.
Deshalb
habe
ich
einen
LiFePO4-Akku
mit
12
V
und
12
Ah
eingesetzt.
Dieser
wird
von
der
Firma
Eremit
vertrieben.
Der
Akku
besteht
aus
einem
PVC-Gehäuse,
welches
2
Stck
LiFePO4
Akku
6
Ah/12
V
und
einem
Kabelsatz
enthält.
Bei
einem
Verbrauch
von
etwa
3,5
A
bei
Vollgas,
ergeben
sich
ca.
3
Stunden
Fahrzeit
bei
mittlerer
Geschwindigkleit.
Der
Akku
ist
zwar
etwas
teuer,
hat
aber
eine
hohe
Kapazität
und
ist
langlebig
(ca. 2000 Zyklen)
Antrieb
Als
Antrieb
habe
ich
zwei
Kortdsen
(50
mm)
mit
45
mm
Messingpropellern
verbaut.
Gesteuert
werden
diese
von
einem
Standardservo.
Als
Motoren
dienen
zwei
Bühler
498
BBS
Langsamläufer
12
V,
mit
einer
Lastdrehzahl
von
3100
U/min.
Im
Bugbereich
befindet
sich
ein
Querstrahlruder
(22
mm)
von
Raboesch.
Das
ist
nicht
unbedingt
notwendig,
da
durch
die
schwenkbaren
Kortdsen
eine
hohe
Beweglichkeit
gegeben
ist
und
auch
ein
Drehen
auf
der
Stelle
möglich
ist.
Dies
hat
sich
aber erst nach den ersten Testfahrten herausgestellt.
Elektronik
Die
Elektronik
habe
ich
wie
blich
bei
mir,
auf
eine
herausnehmbare
Holzplatte
aufgebaut.
Die
Anschlsse
sind
alle
steckbar
ausgeführt.
Der
6-Kanal
Empfänger
sitzt
an
der
Steuerbordinnenwand
mit
einer
Durchführung
für
die
Antenne
durch
das
Deck,
wegen
des
besseren
Empfangs.
Als
Regler
wird
der
Thor24
HF
von
der
Firma
CTI
eingesetzt.
Da
der
Regler
trotz
der
hohen
HF-Taktung
von
18
kHz
im
oberen
Leistungsbereich
pfeift,
hat
die
Firma
CTI
den
Regler
umprogrammiert.
Das
Pfeifen
im
oberen
Bereich
kommt
daher,
dass
bei
der
Standardausführung
des
Reglers
die
Frequenz
abgesenkt
wird,
um
eine
Stromeinsparung
zu
erreichen.
Bei
mir
spielt
das
keine
Rolle,
so
dass
nach
der
Umprogrammierung
kein
Pfeiffen
im
gesamten
Bereich
zu
hören
ist.
Weiterhin
befinden
sich
auf
der
Platte
ein
Spannungskonverter
von
12
V
auf
7,2
V
für
den
Motor des Querstrahlruders und ein 2-Kanal Relaisbaustein aus meiner Wühlkiste für die Steuerung der Beleuchtung.
Beleuchtung
Als
Beleuchtung
wurden
mehrere
LED-Scheinwerfer
montiert.
Ein
Rundscheinwerfer
auf
dem
Fahrstand,
einer
am
Mast,
nach
hinten
gerichtet,
sowie
zwei
nach
vorn
und
zwei
nach
hinten
für
die
Decksbeleuchtung.
Der
Bugbereich
und
der
Heckbereich
sind
gut
ausgeleuchtet.
Am
Mast
sind
nur
das
Topplicht
und
das
Hecklicht
beleuchtet.
Am
Deckhaus
nach
vorn
gerichtet,
habe
ich
zwei
weitere
Scheinwerfer
montiert.
Diese
habe
ich
aus
Schlüsselanhängertaschenlampen
gefertigt.
Gibt
es
schon
ab
einem
Euro.
Die
Stromversorgung
vom
Rumpf
zum
Deckshaus
besteht
aus
einem
relativ
langem
Kabel,
so
dass
das Deckshaus neben dem Modell abgelegt werden kann.
Anstrich
Der
gesamte
Rumpf
wurde
mehrfach
mit
Schnellschleifgrundierung
gestrichen.
Danach
wurde
der
Innenbereich
mit
Epoxidharz
zweimal
behandelt.
Außen
habe
ich
den
Rumpf
nach
dem
Schleifen
zweimal
mit
Spritzspachtel
beschichtet.
Nach
dem
Schleifen
und
ausbessern
von
kleinen
Beulen
wurde
nochmals
mit
verdünnten
Epoxi
gestrichen.
Als
Farbe
für
den
Unterwasserbereich
wurde
Bootslack
von
Wilckens
mit
einem
Pinsel
aufgetragen.
Den
oberen
Teil
des
Rumpfes,
das
Deck
und
die
Aufbauten
wurden
mit
Duplicolor
Lack-Spray
dreimal
gespritzt
und
dann
einmal
mit
mattem
Klarlack
versiegelt.
Auf
dem
Rumpfboden
außen,
sind
4
flache
Aluprofile
aufgeklebt
die
am
Bug
etwas
hochgezogen
sind.
Diese
dienen
zum
Schutz,
wenn das Modell auf das Ufer aufgefahren wird. Um dem Rumpf herum wurde ein Gummiprofil zum Schutz angebracht.
Ständer und Kasten
Einen
Ständer
zu
bauen
ist
für
diese
Rumpfform
etwas
schwierig,
er
sollte
ja
auch
gut
aussehen.
Ich
habe
den
„Bootsständer“
bewusst
funktional
gehalten.
Im
Prinzip
ist
es
ein
Transportbrett
mit
seitlichen
Führungen
und
vorderen
und
hinteren
Haltebrett.
Sieht
nicht
sehr
schön
aus,
ist
aber
praktisch
und
das
Modell
ist
sicher
zu
transportieren.
Dazu
habe
ich
einen
Transportkasten
aus
3
mm
Sperrholz
gebaut
der
darüber
gesetzt
wird.
Oben
befindet
sich
der
Transportgriff.
Das
Transportbrett
und
der
Kasten
werden
mit
einem
Koffergurt
zusammengehalten,
da
das
Modell
relativ
schwer
ist.
Sieht
nicht
so toll aus, erfüllt aber seinen Zweck.
Schiebehilfe
Beim
Herausschieben
von
kleineren
Booten
gibt
es
bei
diesem
Modell
auch
Probleme.
Manchmal
rutschen
diese
am
stumpfen
Bug
weg
oder
lassen
sich
nur
schwer
andocken
und
schieben.
Deshalb
habe
ich
mir
eine
Schiebehilfe
gebaut,
die
am
Bug
an
den
Schubhörnern
befestigt
ist.
Sie
besteht
aus
4
Stck
Gummiplatten
(10
mm)
die
entsprechend
bogenförmig
zurechtgesägt
sind.
Diese
sind
mit
zwei
Alurohren
(6
mm)
verbunden.
Ich
habe
die
Gummiteile
nur
auf
die
Rohre
gesteckt.
Als
Befestigung
am
Modell
verwende
ich
Gummis,
geschnitten
aus
einen
alten
Fahrradschlauch.
Die
Breite
der
Schiebehilfe
(40
cm)
und
der
Abstand
der
Gummiteile
untereinander
ist
so
ausgelegt,
dass
ich
diese
auch
an
meinem
Ramborator
befestigen kann.
Fazit
Die
Fahreigenschaften
sind
als
sehr
gut
einzuschätzen.
Um
die
Lage
im
Wasser
richtig
herzustellen
waren
ca.
2
kg
Blei
notwendig.
Diese
wurden
im
Bugbereich
und
im
Ballastkasten
zwischen
dem
Motoren
eingbaut.
Der
Akku
bringt
1,3
kg.
Der
Ballast
ist
notwendig,
da
der
Auftrieb
auf
Grund
des
großen
Rumpfes
sehr
hoch
ist.
Es
wäre
besser
gewesen
die
Höhe
des
Rumpfes
und
damit
den
Tiefgang
zu
verringern.
Leider
ist
das
Modell
dadurch
mit
7,5
kg
etwas
schwer
geworden.
Das
Kurvenverhalten
ist
gut,
aber
es
gibt
eine
starke
Krängung
mit
Vollgas.
Ist
nicht
kritisch,
sieht
aber
etwas
gefährlich
aus.
Das
Modell
kann
nur
mit
den
Kortdüsen
auf
der
Stelle
drehen.
Das
Querstrahlruder
ist
zum
Manövrieren
eigentlich
nicht
notwendig,
ist
aber
beim
Herausschieben
von
Modellen
hilfreich.
Die
Fahrgeschwindigkeit
ist
ausreichend
schnell.
Bei
langsamer
Fahrt
liegt
der
Bug
etwas
erhöht.
Ab
Halbgas
liegt
der
Rumpf
perfekt
gerade
im
Wasser.
Der
Wasserwiderstand
ist
nicht
so
groß
wie
beim
Ramborator
und
auch
die
Bugwelle
ist
kleiner.
Mit
meinem
angekoppelten
Schubleichter
(Länge
90
cm) ist der Verband sehr gut manövrierfähig.
Technische Daten
Modell
Maßstab
:
1:35
Länge
:
0.64 m
Breite
:
0,24 m
Gewicht
:
8,80 kg, mit Akku und Besatzung
Tiefgang
:
0, 10 m
Motor
:
Bühler 498 BBS, 12 V / 3100 U/min.
Testfahrt im Mai 2025
Testfahrt im September 2025
Testfahrt mit Leichter im September 2025
01/2026